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Interview mit Alexander Otto

„Kunst soll Brücken bauen“

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Die Neueröffnung des Staatlichen Museums Schwerin nach vierjähriger Bauzeit Ende Oktober 2025 war für die Dorit & Alexander Otto Stiftung ein ganz besonderer Höhepunkt. Mit einem feierlichen Rahmen und einem großen Bürgerfest wurde das große Ereignis gefeiert. Im Gespräch erklärt Alexander Otto seine ganz besondere persönliche Beziehung zu Schwerin und dem Staatlichen Museum und äußert auch einen Wunsch.

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Herr Otto, Ihre Stiftung hat die Modernisierung des Staatlichen Museums Schwerin mit 7,5 Millionen Euro unterstützt. Was hat Sie zu diesem Engagement bewogen?

Ich kenne Schwerin seit den 1990er-Jahren sehr gut. Ich war damals beruflich oft hier, habe ein Einkaufszentrum entwickelt und bin in meiner Freizeit durch den Schlossgarten und durch diese wunderbare Stadt spaziert. So habe ich das Museum entdeckt – und war überwältigt von seiner Sammlung, besonders von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Diese besondere Epoche der Kunst begleitet mich seit dem Studium. Und das Museum war für mich immer ein ruhiger Ort, an dem man Kunst anders als in vielen anderen großen Museen in einer sehr konzentrierten und persönlichen Atmosphäre erleben konnte.

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Wann entstand die Idee zur Modernisierung?

2016 sprach mich der damalige Ministerpräsident Sellering auf das Projekt an. Ursprünglich war eine Glasüberdachung des Innenhofs im Gespräch, aber schnell wurde klar, dass es sinnvoller ist, das Gebäude selbst zu optimieren. Viele Flächen waren gar nicht zugänglich, es fehlte an Übersicht, an Licht, an Barrierefreiheit. Gemeinsam mit dem Land haben wir dann entschieden: Wir machen das Museum offener – räumlich, architektonisch und gesellschaftlich.

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Was bedeutet „offen“ für Sie in diesem Zusammenhang?

Offenheit heißt für mich, dass jeder Zugang zu Kunst haben sollte – ganz gleich, wer er ist oder woher er kommt. Deshalb war uns die Barrierefreiheit besonders wichtig. Viele Menschen stehen vor der langen Treppe des alten Eingangs – das wirkt imposant, aber auch abschreckend. Jetzt gibt es einen zweiten, ebenerdigen Zugang. Und weil wir die Eintrittskosten übernehmen, kann jeder kommen, ohne Hemmungen und Begrenzungen.

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Warum ist das für Sie ein gesellschaftliches Anliegen?

Kunst und Demokratie sind eng verbunden. Kunst schafft Begegnung, regt zum Denken an, fördert Toleranz. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Gräben tiefer werden, brauchen wir solche Orte mehr denn je. Es geht darum, Brücken zu bauen – zwischen Menschen, Generationen und Lebenswelten.

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Was wünschen Sie sich für das Museum?

Ich wünsche mir, dass die Menschen spüren, wie viel Leidenschaft und Geschichte in diesem Haus steckt – und dass sie sich davon inspirieren lassen. Schwerin ist ein besonderer Ort: ein kultureller Schatz zwischen Hamburg und Berlin. Wenn das Museum und unser Engagement dazu beitragen, diesen Ort noch stärker ins Bewusstsein zu rücken, wäre das ein schöner Erfolg.

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